Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blütenstand beblättert. Blütenstiele einzeln in den Achseln der Stängelblätter entspringend, kürzer als die Blüten.
    • Kronblätter 3–4 mm lang, weiss, etwa 1,5mal so lang als der Kelch.
    • Staubbeutel 0,4–0,6 mm lang.
    • Griffel an der Frucht 0,8–1,5 mm lang.

    Blüten ziemlich klein und unansehnlich. Lac de Joux (VD), 30.8.2022 (Paul Hürlimann)

    Lac de Joux (VD), 24.8.2022 (Blumenwanderer)

    Lac de Joux (VD), 30.8.2022 (Paul Hürlimann)

  • Früchte

    • Schoten aufrecht abstehend, 10–30 mm lang und 1,5–2 mm dick, kurz und zerstreut behaart.
    • Fruchtstiele viel dünner als die Früchte.
    • Samen ein-oder zweireihig angeordnet, 1–1,5 mm lang.
    • Frucht an der Spitze ohne oder mit einem sehr kurzen (<1,5 mm langen) Schnabel.

    Lac de Joux (VD), 24.8.2022 (Blumenwanderer)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Wuchshöhe 5–10 cm.
    • 1–2jährig, mit Pfahlwurzel.
    • Stängel meist zu mehreren, etwa 10–20 cm lang, niederliegend bis aufsteigend, unverzweigt, mit kurzen 1fachen Haaren.

    Lac de Joux (VD), 24.8.2022 (Blumenwanderer)

    Lac de Joux (VD), 24.8.2022 (Blumenwanderer)

    Lac de Joux (VD), 24.8.2022 (Blumenwanderer)

    Lac de Joux (VD), 24.8.2022 (Blumenwanderer)

    Lac de Joux (VD), 30.8.2022 (Paul Hürlimann)

  • Blätter

    Blätter sämtlich fast sitzend, eichenblattähnlich:fiederteilig, jederseits mit 2–5 schmalen, ovalen, oft stumpf gezähnten, seitlichen Abschnitten, und breiterem, stumpf gezähnten Endabschnitt, mit kurzen Haaren.

    Lac de Joux (VD), 24.8.2022 (Blumenwanderer)

    Lac de Joux (VD), 24.8.2022 (Blumenwanderer)

    Lac de Joux (VD), 30.8.2022 (Paul Hürlimann)

Lebensraum

Kollin/montan. Offene, nährstoffreiche, periodisch überschwemmte Böden. Kiesig-schlammige Seeufer.

Verbreitung

Wissenswertes

  • Die sehr seltene und vom Aussterben bedrohte Art kommt in der Schweiz einzig noch am Lac de Joux vor. Hier gedeiht Sisymbrium supinum besonders auf dem vom zurückgewichenen Wasser vegetationsarmen sandigen Ufer. Sie entwickelt sich also in den trockeneren Jahren optimal und verschwindet bei Hochwasser bis auf wenige Exemplare.
  • Hess berichtet, dass Sisymbrium supinum gemäss Lawalrée (1969) nur in den baltischen Staaten, auf Öland und Gotland heimisch sei und durch Vögel nach Mittel-und Westeuropa verschleppt worden sei. Ähnliches soll für Arenaria gothica am Lac de Joux gelten.

Systematik & Taxonomie

Ein Synonym für Sisymbrium supinum L. ist Kibera supina (L.) Fourr. (so bei Hess!). Neuerdings wird die Art zum Genus Erucastrum gezogen, so bei Kew (Plants of the World Online).

Mögliche Verwechslung

Keine.

Quellen

  • Hegi, G. 1919: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band IV,1  Lehmanns Verlag, S. 163–164
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 2. Springer Verlag, S. 195
  • Warwick, S.I. & Al-Shehbaz, I.A. 2003: Nomenclatural notes on Sisymbrium (Brassicaceae). Novon, 13(2), 265–267

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 9. Januar 2026