Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blütenstände vielblütig, Blüten sehr dicht beisammen, in 2–6 cm langen, dichten, einseitswendig eingerollten, einfachen oder gegabelten Wickeln.
    • Krone weiss, im Schlund gelb, ca. 4 mm lang, am Grunde verwachsen, die 5 Zipfel ausgebreitet, im Durchmesser ca. 3 mm.
    • Kelch fast bis zum Grunde 5-teilig.
    • Staubblätter meist in der kurzen Kronröhre eingeschlossen.
    • Griffel lang, an der Spitze 2-teilig, Fruchtknoten 4-teilig.

    Sierre (VS), 26.7.2017 (Paul Hürlimann)

    Vétroz (VS), 26.8.2019 (Wolfgang Bischoff)

    Sierre (VS), 26.7.2017 (Paul Hürlimann)

    Saillon (VS), 26.6.2021 (Blumenwanderer)

    Branson (VS), 29.10.2021 (Paul Hürlimann)

    Saillon (VS), 26.6.2021 (Blumenwanderer)

    Saillon (VS), 26.6.2021 (Blumenwanderer)

    Saillon (VS), 26.6.2021 (Blumenwanderer)

  • Früchte

    • Klausen: die Teilfrüchte (Nüsschen) 2–3 mm lang, mit zerstreut behaarter, warziger Oberfläche.
    • Sehr gute Detailfotos davon bei flora.lefnaer.com

    Branson 29.10.2021 (Paul Hürlimann)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Einjährige Pflanze mit Pfahlwurzel, anliegend grau behaart.
    • Stängel aufrecht, bis 30 cm hoch, meist verzweigt.

    Saillon (VS), 26.6.2021 (Blumenwanderer)

    Saillon (VS), 26.6.2021 (Blumenwanderer)

    Branson (VS), 29.10.2021 (Paul Hürlimann)

  • Blätter

    Blätter wechselständig, ganzrandig, oval, 2–3-mal so lang wie breit, in den Stiel verschmälert; die untersten lang, die oberen kurz gestielt.

    Ardon (VS), 18.8.2015 (Paul Hürlimann)

    Saillon (VS), 26.6.2021 (Blumenwanderer)

    Saillon (VS), 26.6.2021 (Blumenwanderer)

    Saillon (VS), 26.6.2021 (Blumenwanderer)

    Ardon (VS), 18.8.2015 (Paul Hürlimann)

Lebensraum

  • Kollin. Nährstoffreiche Böden in warmen Lagen. Kalkreiche Unkrautgesellschaften in Äckern, Weinbergen und auf Brachen.

    Aufgelassener Weinberg. Saillon (VS), 26.6.2021 (Blumenwanderer)

Verbreitung

  • Ursprünglich mediterran-westasiatische Pflanze. Als Archäophyt völlig eingebürgert. Steigt bei uns nur selten höher als der Weinbau.
  • Verbreitungskarte auf Kew: Plants of the World Online.

Wissenswertes

  • Die Art tritt in der Westschweiz auf und das Wallis aufwärts bis Visp. Sie gilt gemäss Roter Liste 2016 als „potenziell gefährdet“ (NT).
  • Die Gattung der Sonnenwenden enthält weltweit ca 250 Arten. Die 7 in Europa vorkommenden Arten sind alle einjährig und sich sehr ähnlich (wichtigste Untersuchungsmerkmale am Griffel!)
  • Die Bennennungsmotivation für die Sonnenwende nimmt Bezug auf die Eigenart der Pflanze, ihre Blätter immer nach dem Lauf der Sonne zu richten.

Mögliche Verwechslung

Unverkennbar

Weiterführende Literatur

  • Hegi, G. 1927: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band V,3  Lehmanns Verlag, S. 2132–2133
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 3. Springer Verlag, S. 62

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 2. Februar 2026

Forum

Diskussionen der Community

Interessantes aus dem Wallis

Gestern habe ich in einem Rebberg bei Miège eine mir unbekannte Pflanze entdeckt. Leider waren keine Blüten mehr vorhanden. Kann es sein, dass es sich um Heliotropium europaeum handelt?

Danke für eure Bestimmungshilfe

Marianne Schenk

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