Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blütenstand wenig verzweigt, etwas lockerblütig, zymös.
    • Blüten sehr gross, im Durchmesser 2–3 cm, sternförmig ausgebreitet.
    • Kelchblätter lineal-lanzettlich, hellgrün, aussen langdrüsig-zottig.
    • Kronblätter meist 12, goldgelb bis grünlich, allmählich zugespitzt, 3–3,5mal so lang wie die Kelchblätter, am Rande drüsig bewimpert, am Grunde meist mit einem violetten Fleck.
    • Blütenzentrum und Staubfäden violett.
    • Fruchtblätter auf der den Kronblättern zugewendeten Seite kahl, sonst überall dicht mit Drüsen besetzt.

    Blütenzentrum violett. Zwischbergen (VS), 5.7.2022 (Paul Hürlimann)

    Zwischbergen (VS), 2.7.2022 (Blumenwanderer)

    Mit Bestäuber. Zwischbergen (VS), 5.7.2022 (Paul Hürlimann)

    Zwischbergen (VS), 2.7.2022 (Blumenwanderer)

    Mit zahlreichen Stängelblättern. Zwischbergen (VS), 2.7.2022 (Blumenwanderer)

    Zwischbergen (VS), 2.7.2022 (Blumenwanderer)

    Zwischbergen (VS), 2.7.2022 (Blumenwanderer)

    Sehr grosse, sternförmig ausgebreitete Blüten. Zwischbergen (VS), 2.7.2022 (Blumenwanderer)

    Zwischbergen (VS), 2.7.2022 (Blumenwanderer)

    Diese Pflanze hat mit einer rotblühenden Hauswurz-Art hybridisiert. Zwischbergen (VS), 2.7.2022 (Blumenwanderer)

    Zwischbergen (VS), 2.7.2022 (Blumenwanderer)

    Zusammen mit Dach-Hauswurz. Zwischbergen (VS), 5.7.2022 (Paul Hürlimann)

  • Früchte

    • Die Frucht eine vielsamige Balgfrucht.

    Zwischbergen (VS), 25.7.2020 (Blumenwanderer)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Ausdauernde Pflanze mit einer Wuchshöhe von 10–20 cm.
    • Stängel und Stängelblätter überall mit Drüsen.
    • Die Art breitet sich über lange und schlanke Ausläufer aus. 

    Zwischbergen (VS), 2.7.2022 (Blumenwanderer)

    An felsigem Abhang wachsend. Zwischbergen (VS), 2.7.2022 (Blumenwanderer)

    Zwischbergen (VS), 5.7.2022 (Paul Hürlimann)

  • Blätter

    • Grosse Rosetten, im Sommer sternförmig ausgebreitet.
    • Rosettenblätter keilig-länglich, kurz zugespitzt, ohne stachlige Spitze, meist nur an der Spitze rotbraun, sonst grün, überall drüsig bewimpert.
    • Untere Stängelblätter den grundständigen ähnlich gestaltet, die oberen schmäler, fein drüsig behaart.

    Bei der Behaarung der Blattflächen handelt es sich um Drüsenhaare. Zwischbergen (VS), 5.7.2022 (Paul Hürlimann)

    Zwischbergen (VS), 17.7.2020 (Paul Hürlimann)

    Die Rosetten können, wenn ausgebreitet, über 10 cm gross werden. Zwischbergen (VS), 17.7.2020 (Paul Hürlimann)

    Zwischbergen (VS), 17.7.2020 (Paul Hürlimann)

    Zwischbergen (VS), 17.7.2020 (Paul Hürlimann)

    Zwischbergen (VS), 2.7.2022 (Blumenwanderer)

    Zwischbergen (VS), 25.7.2020 (Blumenwanderer)

    Zwischbergen (VS), 25.7.2020 (Blumenwanderer)

    Zwischbergen (VS), 25.7.2020 (Blumenwanderer)

Lebensraum

  • Subalpin/alpin. Silikatfelsen (kalkfreie Unterlage). 
  • An sonnigen, felsigen Hängen der Alpen.

Verbreitung

  • Grajisch-Penninisch. In der Schweiz nur im Zwischbergental; wohl nur angepflanzt bei Liddes (VS).
  • Sempervivum grandiflorum ist ein Endemit der Westalpen (in der Schweiz teilendemisch) und kommt ausserdem noch in Norditalien vor (nur ca. 5% des Verbreitungsgebietes befindet sich in der Schweiz).
  • Verbreitungskarte auf Kew: Plants of the World Online.

Wissenswertes

  • Die Pflanze weist einen intensiv-harzigen Geruch auf.
  • Da die Art wie auch andere Vertreter der Gattung monokarpisch ist, stirbt die blühende Rosette nach der Reifung der Früchte und Samen ab. Die Pflanze sichert ihr Überleben jedoch meist parallel durch Tochterrosetten (Ableger).
  • Hegi erwähnt, dass die Blüten stark proterandrisch (vormännlich) seien: „Die inneren Staubblätter bewegen sich zunächst nach innen und beginnen zu stäuben. Nach einiger Zeit gehen sie wieder in die Reihe der äusseren Staubblätter zurück. Dann beginnen die äusseren Staubblätter zu stäuben. Danach beginnen die Griffel sich zu spreizen und die Staubblätter beider Kreise biegen sich nach aussen, um sich dann ganz auf die Kronblätter zu legen.“

Mögliche Verwechslung

  • Wulfens Hauswurz (Sempervivum wulfenii) weist ebenfalls gelbe Blüten auf, hat jedoch als ostalpiner Endemit ein anderes Verbreitungsgebiet. 
  • Eine Verwechslungsgefahr besteht im blütenlosen Zustand mit der Berg-Hauswurz (Sempervivum montanum)
  • Sempervivum grandiflorum hybridisiert zudem natürlich mit anderen Hauswurz-Arten, weswegen man für eine sichere Ansprache immer Blüten haben sollte.

Quellen

  • Hegi, G. 1923: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band IV,2  Lehmanns Verlag, S. 551 (bei ihm unter der Bezeichnung Sempervivum Gaudinii Christ)
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 2. Springer Verlag, S. 257

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 9. Januar 2026

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Diskussionen der Community

Sempervivum montanum - Farbvariante oder Hybrid?

Im Wallis (nur dort?) kommen gelegentlich Exemplare von Sempervivum montanum vor mit hellgelben Blütenblättern. Diese sehen auf Anhieb recht ähnlich aus wie Hybride der gelbblühenden Arten Sempervivum grandiflorum und Sempervivum wulfenii.

Infoflora weist darauf hin, dass bei der hellgelben Farbvariante von Sempervivum montanum die Staubfäden ebenso hell sind. Bei den Hybriden der beiden gelbblühenden Arten sind sie mehr oder weniger rot oder violett gefärbt. 

Wichtig zu wissen wäre hier, wie weit sich die Areale überhaupt überschneiden: Sempervivum wulfenii fehlt im Wallis, Sempervivum grandiflorum ist dort zwar zu Hause, aber nur ganz am Rand im Zwischenbergtal.

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