Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten gestielt, in einer lockeren Traube angeordnet.
    • Kelchblätter 4; grün, schmal weiss berandet; kahl.
    • Kronblätter 4, 5–10 mm lang; weiss, am Grund grünlich; vorne abgerundet.
    • Staubblätter 4; reife Staubbeutel purpurn, Pollen gelb; Staubbeutel später bläulich bis violett; Staubfäden in der unteren Hälfte gelblichgrün, in der oberen weiss, nach dem Abblühen die Farbe nicht verändernd.

    Pollen gelb. Unteres Wynental (AG), 28.4.2026 (Thomas Stirnemann)

    Staubbeutel purpurn. Bern (BE), 4.5.2020 (Muriel Bendel)

    Reife Staubbeutel purpurn (Mitte), später bläulich (links). Bremgarten b. Bern (BE), 3.5.2026 (Muriel Bendel)

    Sandwürfi, Köniz (BE), 18.5.2023 (Muriel Bendel)

    Schwarzwasser (BE), 11.5.2014 (wolfgang bischoff)

    Kelchblätter grün, schmal weiss berandet. Bremgarten b. Bern (BE), 3.5.2026 (Muriel Bendel)

    Bremgartenwald, Bern (BE), 25.4.2024 (Muriel Bendel)

    Unteres Wynental (AG), 28.4.2026 (Thomas Stirnemann)

  • Früchte

    • Schoten flach (im Querschnitt nicht rund), schräg aufrecht abstehend.
    • Samen in jedem Fach einreihig.

    Samen einreihig; 12.5.2026 Vaumarcus (NE) (Marc Henzi)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanzen ausdauernd, 20–40 cm hoch, mit Ausläufern.
    • Stängel markig (nicht hohl).

    Schwadernau BE, 29.04.2024 (Lorenz Scherler)

    Hub b. Krauchthal (BE), 28.4.2018 (francoisealsaker)

    Unteres Wynental (AG), 28.4.2026 (Thomas Stirnemann)

    Sandwürfi, Köniz (BE), 18.5.2023 (Muriel Bendel)

    Bremgarten b. Bern (BE), 3.5.2026 (Muriel Bendel)

    Bern (BE), 4.5.2020 (Muriel Bendel)

    Schwarzwasser (BE), 11.5.2014 (wolfgang bischoff)

    Unteres Wynental (AG), 28.4.2026 (Thomas Stirnemann)

  • Blätter

    • Blätter wechselständig, am Grund ohne Öhrchen; ohne grundständige Blattrosette. 
    • Blattspreite unpaarig gefiedert, Blattspindel auf der Oberseite rinnig.

    Stängelblatt. Unteres Wynental (AG), 28.4.2026 (Thomas Stirnemann)

    Blattspreite unpaarig gefiedert. Bremgartenwald, Bern (BE), 25.4.2024 (Muriel Bendel)

    Bern (BE), 4.5.2020 (Muriel Bendel)

    Fiederunterseite. Unteres Wynental (AG), 28.4.2026 (Thomas Stirnemann)

Lebensraum

Auf nassen, relativ nährstoffreichen Böden; Gräben, Wegränder, Quellen, Bachufer.

Verbreitung

Europäisch bis zentralasiatisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Mögliche Verwechslung

Die auf den ersten Blick ähnliche Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale) besitzt

  • gelbe Staubbeutel (nach der Pollenreife lila bis bräunlich),
  • die Staubfäden werden beim Abblühen lila,
  • die Samen sind in jedem Fach 2-reihig,
  • die Schoten sind im Querschnitt rund (→ Fruchtklappen deutlich gewölbt),
  • die Fruchtstiele stehen ± waagrecht ab,
  • die Blätter haben am Grund kleine Öhrchen, 
  • die Kronblätter sind kleiner (ca. 5 mm lang) und
  • der Stängel und das Rhizom sind hohl (nicht markig).

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 17. Mai 2026

Forum

Diskussionen der Community

Cardamine amara oder Nasturtium officinale

Hallo zusammen

es gibt ja schon einen schönen Beitrag zum Thema (dort ist es C. a.). Gerne stelle ich ein zweites Beispiel zur Debatte, nur vegetativ, vom Waldisee im hintersten Bisistal auf 1400 m. Von der Region her müsste es klar Cardamine amara sein. Oder ist es doch der unwahrscheinlichere Fall einer von anderen Beständen entfernten Nasturtium officinale? KI ist sich nicht einig (Bestimmungshilfe in der InfoFlora Web): ich gebe bei jedem Bild an, wie viel Wahrscheinlichkeit Cardamine (C) resp. Nasturtium (N) erhält → also ein ziemliches Durcheinander. Wenn ich alle 10 Bilder hochlade, sagt er 29% Nasturtium und 26% Carcamine amara, faktisch also Gleichstand.

Hilft eigentlich auch der Geschmackstest? Ich hatte nur kurz an einem Blatt geknabbert und dachte, es sei ähnlich wie Kresse.

vielen Dank!

Pius

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Cardamine oder Nasturtium?

Ich bin unsicher, vermute Cardamine amara. Folgende Beobachtungen verunsichern mich allerdings:

- der “aufgeschossene” Habitus - C. amara habe ich mit gedrängterem Wuchs in Erinnerung.

- Farbe der Staubblätter (Filament grün, Anthere teils purpurn, teil grün, je nach Entwicklungsstadium).

- Anzahl  Paare bei den Teilblättern (selten mehr als 3 Paare, Endteilblatt kaum grösser als Seitenteilblätter).

- Bewimperter Blättchenrand spricht eher für C. amara.

Leider stehen mir (noch) keine Früchte zur Verfügung, sonst wäre es wohl einfacher.
Also doch ein Nasturtium?

Aargau, unteres Wynental, Seitental, sumpfige Wiese am Waldrand. Begleitflora Caltha palustris, Carex  sp., 440 m. ü. M

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