Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Scheindolden meist 3(–4)-strahlig.
    • Hüllblätter (breit) lanzettlich, Rand gesägt.
    • Hüllchenblätter grün, verkehrt eiförmig, grösste Breite unterhalb der Mitte, Rand unregelmässig fein gesägt.
    • Drüsen der Hüllbecher oval; grün, bald gelb, später hell orange, nach der Blüte braun.
    • Oberfläche des Fruchtknotens regelmässig locker mit zylindrischen Warzen besetzt; Griffel 3, bis ca. in die Mitte 2-spaltig.   

    Grandval (BE), 25.6.2023 (Muriel Bendel)

    Meienried (BE), 17.6.2022 (Muriel Bendel)

    30.6.2016 (francoisealsaker)

    Merishausen (SH), 30.5.2018 (wolfgang bischoff)

    Spiez (BE), 10.7.2024 (Muriel Bendel)

    Combe Tabeillon, Haute-Sorne (JU), 4.8.2024 (Muriel Bendel)

    Bremgartenwald, Bern (BE), 26.7.2024 (Muriel Bendel)

    Grandval (BE), 25.6.2023 (Muriel Bendel)

    Scheindolden meist 3-strahlig. Spiez (BE), 10.7.2024 (Muriel Bendel)

    Hüllblätter lanzettlich, Rand gesägt. Grandval (BE), 25.6.2023 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Oberfläche der Kapseln regelmässig und etwas locker mit langen, zylindrischen Warzen besetzt.
    • Kapseln im Durchmesser ca. 2,5 mm.

    Spiez (BE), 10.7.2024 (Muriel Bendel)

    Bremgartenwald, Bern (BE), 26.7.2024 (Muriel Bendel)

    Aareufer Bern (BE), 21.7.2024 (Muriel Bendel)

    Kriechenwil (BE), 30.6.2024 (Muriel Bendel)

    Müntschemier (BE), 30.6.2026 (Muriel Bendel)

    Kapsel ca. 2,5 mm im Durchmesser. Müntschemier (BE), 30.6.2026 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze einjährig (oder wenigjährig?), 30–50(–60) cm hoch.
    • Stängel aufrecht, meist unverzweigt; grün, manchmal rot überlaufen.
    • Zerriebene Pflanzen duften etwas wie die Blätter des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra).

    29.5.2017 (francoisealsaker)

    Merishausen (SH), 30.5.2018 (wolfgang bischoff)

    Spiez (BE), 10.7.2024 (Muriel Bendel)

    An einem Waldweg wachsend. Bremgartenwald, Bern (BE), 26.7.2024 (Muriel Bendel)

    Grandval (BE), 25.6.2023 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Blätter wechselständig, sitzend, ohne Nebenblätter.
    • Blattspreite (schmal) lanzettlich, am Grund breit sitzend (nicht allmählich verschmälert).

    Blätter am Grund breit sitzend. Spiez (BE), 10.7.2024 (Muriel Bendel)

    Bremgartenwald, Bern (BE), 26.7.2024 (Muriel Bendel)

    Grandval (BE), 25.6.2023 (Muriel Bendel)

    Müntschemier (BE), 30.6.2026 (Muriel Bendel)

Lebensraum

Auf etwas feuchten, nährstoffreichen Böden; Wegränder und Böschungen in Wäldern, Waldränder, Ruderalflächen.

Verbreitung

Europäisch, östlich bis zum Kaukasus.

Verbreitungskarte auf POWO.

Mögliche Verwechslung

Ebenfalls rundliche Drüsen und dicht mit zylindrischen Warzen bedeckte Kapseln besitzen die Warzige Wolfsmilch (Euphorbia verrucosa) und Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris):

Bei der Warzigen Wolfsmilch (Euphorbia verrucosa)

  • sind die Hüllchenblätter aber meist gelblich (nicht grün) und im Umriss breit elliptisch (die grösste Breite befindet sich ± in der Mitte, nicht deutlich unterhalb der Mitte),
  • die Scheindolden sind dichter und besitzen meist 5 (nicht 3) Teilblütenstände.

Die Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris)

  • wird deutlich grösser (ca. 60 bis > 130 cm hoch), 
  • die Pflanzen wachsen in anderen Lebensräumen (auf wechselfeuchten bis -nassen, nährstoffreichen Böden in Flachmooren, Riedwiesen und Hochstaudenfluren),
  • die Hüllchenblätter sind oval bis rund und ganzrandig (nicht verkehrt eiförmig und am Rand fein gesägt),
  • die Griffel sind bis über die Mitte (nicht nur im oberen Drittel) 2-spaltig (und täuschen deshalb 6 Griffel vor).


Bei der Breitblättrigen Wolfsmilch (Euphorbia platyphyllos) besitzen

  • die Kapseln 3 (manchmal angedeutet 6) kahle Längsstreifen, die nicht mit Warzen bedeckt sind,
  • die Warzen auf den Kapseln sind kleiner (halbkugelig statt zylindrisch),
  • die Kapseln sind grösser (ca. 3,5 mm statt 2,5 mm im Durchmesser),
  • die Scheindolden sind meist 5-strahlig,
  • zerriebene Pflanzen duften nicht auffallend (auch nicht nach den zerriebenen Blättern des Schwarzen Holunders Sambucus nigra).

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 18. September 2026