Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten an der Spitze der Stängel und Äste büschelig-trugdoldig, kurzgestielt, selten einzeln.
    • Kelch-und Kronblätter 5. Kelchblätter 4–6 mm lang, weiss, beidseits des Mittelnervs mit grünem Streifen, spitz, ungleich lang.
    • Kronblätter weiss, ⅓–½ so lang wie die Kelchblätter.
    • Es sind 10 Staubblätter und 3 Griffel vorhanden.

    Chermignon (VS), 24.8.2019 (Paul Hürlimann)

    Acherbielen (VS), 2.7.2019 (Paul Hürlimann)

    Knospend. Acherbielen (VS), 2.7.2019 (Paul Hürlimann)

    Chermignon (VS), 24.8.2019 (Paul Hürlimann)

  • Früchte

    Kapsel wenig kürzer als die Kelchblätter, mit 3 Klappen aufspringend.

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • 1–2-jährig, mehrere ungleich hohe Stängel treibend, diese meist kahl, nach oben zu ästig, ziemlich steif aufrecht, unterwärts meist rotbraun, besonders nach dem Grunde zu dicht beblättert.
    • Wuchshöhe 10–30 cm.

    Varen (VS), 29.6.2023 (Blumenwanderer)

    Salgesch (VS), 2.7.2024 (Blumenwanderer)

    Ausserberg (VS), 3.6.2020 (Blumenwanderer)

    Der Autofokus findet nichts, woran er sich festkrallen kann. Salgesch (VS), 2.7.2024 (Blumenwanderer)

  • Blätter

    • Laubblätter gegenständig, borstig-pfriemlich, wenig abstehend, am Grunde stark verbreitert und 3-nervig, bewimpert, büschelig gehäuft in den unterern Blattachseln.
    • Tragblätter länger als sie Blütenstiele, aus eiförmigem Grunde pfriemlich wachsend, weisshäutig, mit grünem Rückenstreifen.

    Acherbielen (VS), 2.7.2019 (Paul Hürlimann)

    Acherbielen (VS), 2.7.2019 (Paul Hürlimann)

    Acherbielen (VS), 2.7.2019 (Paul Hürlimann)

    Chermignon (VS), 24.8.2019 (Paul Hürlimann)

Lebensraum

Trockenrasen über Fels, Schotter und Sand, kalkliebend.

Verbreitung

  • Südeuropäische Pflanze, zerstreut auch in Mitteleuropa vorkommend, in der Schweiz vor allem im Wallis.
  • Verbreitungskarte auf Kew: Plants of the World Online (= Minuartia mucronata).

Systematik & Taxonomie

Minuartia rubra hat seit Hegi (1912) mehrmals den Namen gewechselt: bei ihm erscheint sie unter dem Namen Alsine fasciculata, bei Hess et al. (1977) unter dem Namen Minuartia fastigiata! Weitere Synonyme sind Alsine jacquinii, Arenaria fastigiata und Minuartia mucronata.

Mögliche Verwechslungen

  • Die Geschnäbelte Miere (Minuartia rostrata, bei Hess et al. 1977 Minuartia mutabilis) kommt ebenfalls im Wallis vor, wird aber höchstens 15 cm hoch. Zudem sind ihre Kronblätter etwa so lang wie der Kelch. Sie ist ausdauernd und dichtrasig.

    Die Rispige Buffonie (Bufonia paniculata) besetzt denselben Lebensraum, ist aber streng vierzählig und weist keine Blattbüschel auf. Ihre linsenförmige Kapsel springt mit 2 Klappen auf.

    Minuartia rubra. Leuk (VS), 24.6.2024 (Blumenwanderer)

    Bufonia paniculata. Leuk (VS), 24.6.2024 (Blumenwanderer)

Weiterführende Literatur

  • Hegi, G. 1912: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band III  Lehmanns Verlag, S. 393 – 394
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 1. Springer Verlag, S. 831-832

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 18. Februar 2026