Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten in wenigen, kurzen 2–7-blütigen, blattwinkelständigen Trauben.
    • Blütenstiele behaart, 2–4-mal so lang wie die schmal-linealischen Deckblätter.
    • Kelch 4-teilig, behaart (auch mit einzelnen Drüsen).
    • Krone 4-teilig, 6–12 mm breit, blasslila oder hellblau, oft mit einer deutlich erkennbaren dunkleren Aderung auf den Kronblättern.
    • Staubblätter 2.
    • Griffel ½–⅔ so lang wie die Frucht.

    Blüten zygomorph mit vergrössertem oberen Kronzipfel. Olten (SO), 29.5.2023 (Muriel Bendel)

    Mit winzigen, pfriemlichen Deckblättern im Blütenstand. Steffisburg (BE), 3.5.2025 (Blumenwanderer)

    Lörwald (BE), 3.5.2020 (Muriel Bendel)

    Steffisburg (BE), 3.5.2025 (Blumenwanderer)

    Mit Blütenknospen. Lörwald (BE), 3.5.2020 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Frucht im Umriss breitoval, abgeflacht, am Grunde und bei der Griffelansatzstelle ausgerandet, fast brillenförmig, bewimpert.
    • Samen scheibenförmig, im Umriss oval, ca 1,5 mm lang.

    Mit einzelnen Drüsenhaaren. Olten (SO), 29.5.2023 (Muriel Bendel)

    Olten (SO), 29.5.2023 (Muriel Bendel)

    Fahrni (BE), 22.6.2025 (Blumenwanderer)

    Fahrni (BE), 22.6.2025 (Blumenwanderer)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Ausdauernde, krautige Pflanze mit kriechendem, wurzelndem Stängel von 10–25 cm Länge, mit der Spitze aufsteigend.
    • Stängel verzweigt und ringsum abstehend behaart.
    • Kriechendes, dünnes Rhizom.

    Habitus vegetativ. Fahrni (BE), 17.8.2025 (Blumenwanderer)

    Untere Blätter rötlich überhaucht. Steffisburg (BE), 3.5.2025 (Blumenwanderer)

    Weithin kriechend. Fahrni (BE), 22.6.2025 (Blumenwanderer)

    Fahrni (BE), 22.6.2025 (Blumenwanderer)

    Jungpflanze. Fahrni (BE), 17.8.2025 (Blumenwanderer)

    Habitus. Steffisburg (BE), 3.5.2025 (Blumenwanderer)

    Habitus im Habitat. Fahrni (BE), 22.6.2025 (Blumenwanderer)

    Stängel regelmässig abstehend behaart. Gurten, Köniz (BE), 24.4.2026 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Blattspreite breit oval, runzlig, bis 3,5 cm lang, 1–1,5-mal so lang wie breit, grob gezähnt mit nach vorne gerichteten Zähnen, zerstreut behaart.
    • Blätter gegenständig, Blattstiel ½ bis fast so lang wie die Spreite.

    Olten (SO), 29.5.2023 (Muriel Bendel)

    Fahrni (BE), 22.6.2025 (Blumenwanderer)

    Olten (SO), 29.5.2023 (Muriel Bendel)

    Herbligen (BE), 30.8.2025 (Blumenwanderer)

    Olten (SO), 29.5.2023 (Muriel Bendel)

    Blattstiel wollig, abstehend behaart. (Blumenwanderer)

    Fahrni (BE), 22.6.2025 (Blumenwanderer)

Lebensraum

  • Kollin bis montan. Feuchte, nährstoffreiche, tonige Böden. In schattigen Wäldern, besonders Buchenwäldern.

    Schluchtwald. Fahrni (BE), 22.6.2025 (Blumenwanderer)

Verbreitung

  • Mittel-und südeuropäische Pflanze. In der Schweiz in den zentral- und südalpinen Tälern sehr selten.
  • Verbreitungskarte auf Kew: Plants of the World Online.

Wissenswertes

  • Im Gegensatz zu vielen anderen Ehrenpreis-Arten, die oft sitzende oder nur kurz gestielte Blätter haben, sind die verhältnismässig langen Blattstiele ein gutes Erkennungsmerkmal für Veronica montana. 
  • Neben der geschlechtlichen Vermehrung verbreitet sich Veronica montana sehr effektiv über ihre kriechenden Stängel, die bei Bodenkontakt leicht neue Wurzeln bilden und so dichte Matten formen.

Mögliche Verwechslung

Der Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys) hat

  • nahezu sitzende Blätter.
  • einen zweizeilig behaarten Stängel, während der Stängel von Veronica montana rundherum gleichmässig behaart ist.
  • Blüten von meist kräftiger himmelblauer Farbe, die in vielblütigeren Trauben (10–20 Blüten) stehen.

Weiterführende Literatur

  • Hegi, G. 1918: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band VI,1 Lehmanns Verlag, S. 60–61
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 3. Springer Verlag, S. 189–190

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 6. Mai 2026

Forum

Bilder aus der Community

Diskussionen der Community

Veronica montana

Ich sehe hier Veronica montana und wäre dankbar für eine kurze Bestätigung / Verwerfung der Bestimmung, da ich die Pflanze in meinem “Jagdgebiet” erstmals (bewusst …) angetroffen habe.
Aargau, unteres Wynental, Naturwaldreservat,  560 m. ü. M., Krautsaum am Wegrand 

Aller à la discussion