Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten in den Blattachseln in dichten Knäueln angeordnet.
    • Blütenstände mit zwittrigen, männlichen und weiblichen Blüten.
    • Narbe rosa oder weisslich, fein geteilt (pinselförmig).
    • Staubblätter 4; vor dem Öffnen der Staubbeutel einwärts gekrümmt, zur Reifezeit explosionsartig nach aussen schnellend (wie bei der Gattung Urtica/Brennnessel).

    Blüten in dichten Knäueln angeordnet. Oberhofen (BE), 10.6.2024 (Maria Merz)

    Männliche Blüten mit offenen, weissen Staubbeuteln. Bern (BE), 2.8.2023 (Muriel Bendel)

    Cartigny (GE), 18.5.2016 (wolfgang bischoff)

    Oberhofen (BE), 19.6.2024 (Maria Merz)

    4.5.2017 (francoisealsaker)

    Blüten in dichten achselständigen Knäueln angeordnet. Bern (BE), 2.8.2023 (Muriel Bendel)

    Weibliche Blüten mit fein geteilten, rosa Narben. Bern (BE), 20.9.2024 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Reife Nüsschen schwarz, > 1,2 mm lang, von den Perigonblättern eingehüllt.

    Fruchtstand. Oberhofen (BE), 19.8.2024 (Maria Merz)

    Oberhofen (BE), 19.8.2024 (Maria Merz)

    Fruchtstände. Bern (BE), 20.9.2024 (Muriel Bendel)

    Reife, von den braunen Perigonblättern eingehüllte Nüsschen. Oberhofen (BE), 9.11.2024 (Maria Merz)

    Fruchtstand und reife Nüsschen. Oberhofen (BE), 4.12.2024 (Maria Merz)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd, ohne Brennhaare, 30–80 cm hoch.
    • Stängel behaart, meist unverzweigt.

    Junge Triebe im Frühling. Oberhofen (BE), 21.3.2017 (Maria Merz)

    Cartigny (GE), 18.5.2016 (wolfgang bischoff)

    Bern (BE), 12.6.2016 (Muriel Bendel)

    Bern (BE), 4.9.2019 (Muriel Bendel)

    4.5.2017 (francoisealsaker)

    4.5.2017 (francoisealsaker)

    Bern (BE), 2.8.2023 (Muriel Bendel)

    Neuaustrieb nach Schnitt. Oberhofen (BE), 21.7.2024 (Maria Merz)

    Bern (BE), 12.6.2016 (Muriel Bendel)

    Oberhofen (BE), 4.8.2020 (Maria Merz)

    Stängel behaart. Bern (BE), 21.4.2025 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Blätter wechselständig, gestielt, ohne Nebenblätter. 
    • Blattspreite eilanzettlich bis breit lanzettlich, vorne lang zugespitzt, ganzrandig; Rand bewimpert, Oberseite zerstreut behaart, Unterseite v.a. auf den Nerven kurz behaart.

    Blattoberseite. Bern (BE), 2.8.2023 (Muriel Bendel)

    Bern (BE), 21.4.2025 (Muriel Bendel)

    Blattoberseite. Bern (BE), 21.4.2025 (Muriel Bendel)

    Blattunterseite. Bern (BE), 21.4.2025 (Muriel Bendel)

    Bern (BE), 8.10.2023 (Muriel Bendel)

    Oberhofen (BE), 15.4.2016 (Maria Merz)

Lebensraum

Auf nährstoffreichen, relativ feuchten Böden; Wegränder, Säume, Hecken, Mauern.

Verbreitung

Europäisch-westasiatisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Mögliche Verwechslung

Das Niederliegende Glaskraut (Parietaria judaica) besitzt

  • tendenziell breitere Blattspreiten mit einer kürzeren Spitze,
  • die Stängel sind meist niederliegend bis aufsteigend und verzweigt.

Auf den ersten Blick der Grossen Brennnessel (Urtica dioica) ähnlich sehend; diese besitzt aber

  • Brennhaare, 
  • gegenständige, gesägte Blätter und Nebenblätter.

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 15. April 2026

Forum

Diskussionen der Community

Dem Habitus auf den Leim gekrochen

Aus eigenen Fehlern lerne ich am meisten. Und aus meinen peinlichsten Fehlern am allermeisten (sofern ich sie überhaupt entdecke... was in vielen Fällen wohl gar nicht der Fall ist). 

Ältere Beispiele für entdeckte Fehler: Das Felsen-Milchkraut (Leontodon saxatilis) für das Raue Milchkraut (Leontodon hispidus) gehalten, oder die Zottige Wicke (Vicia villosa) für die Vogel-Wicke (Vicia cracca)

Aktuellstes Beispiel: Dem Niederliegenden Glaskraut (Parietaria judaica) mitten in Bern im letzten Sommer ein Aufrechtes Glaskraut (Parietaria officinalis) angedichtet. Aufgefallen ist es mir erst jetzt, auf meinen Fotos, die ich mit Parietaria officinalis angeschrieben hab.

Nördlich der Alpen, im Sommer gegen 50 cm hoch, Stängel bogig aufsteigend bis aufrecht, am Rand eines Gebäudes... da hatte ich fälschlicherweise nur das Aufrechte Glaskraut (Parietaria officinalis) auf dem Radar.

Das Niederliegende Glaskraut (Parietaria judaica) hab ich v.a. im Tessin erwartet, in Mauerritzen wachsend, mehr oder weniger schön der Maueroberfläche angeschmiegt, deutlich kleiner als 50 cm (unten zwei Fotos als Vergleich).

Nach meinem Scheitern scheint mir das beste und einfachste Unterscheidungsmerkmal die Form der Blattspreite zu sein:


Die Blüten- und Fruchtmerkmale sind zwar theoretisch toll (Hochblätter am Grund des Blütenstandes frei oder verwachsen; reife Früchte klein oder noch kleiner), aber eine Knobelei; ich muss mit einer Pinzette die Blüten abzupfen, um die Hochblätter beurteilen zu können (und auch dann nicht sicher, was ich genau sehe).

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