Fettreiches Samenanhängsel, das v.a. Ameisen anlockt, welche die Samen ausbreiten.
→ Ausführlicher Artikel auf wikipedia.org
voir {name}
Élaïosome
Fettreiches Samenanhängsel, das v.a. Ameisen anlockt, welche die Samen ausbreiten.
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Reife Teilfrüchte der Acker-Ochsenzunge (Krummhals; Anchusa arvensis). Mont Vully (FR), 19.11.2025 (Muriel Bendel)
Borretsch (Borago officinalis): Reife Teilfrüchte am Grund mit einem hellgelben, glatten Elaiosom. Bern (BE), 22.9.2025 (Muriel Bendel)
Kornblume (Centaurea cyanus): Reife Früchte am Grund mit hellbraunem Elaiosom. Bern (BE), 2.7.2025 (Muriel Bendel)
Schöllkraut (Chelidonium majus): Schwarze, reife Samen mit weissem Elaiosom. Bern (BE), 11.6.2024 (Muriel Bendel)
Festknolliger Lerchensporn (Corydalis solida): Schwarze, reife Samen mit weissem Elaiosom. Naters (VS), 7.4.2024 (Muriel Bendel)
Reife Samen der Christrose (Helleborus niger) mit weissem Elaiosom. Caslano (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)
Wald-Witwenblume (Knautia dispacifolia): Reifende Frucht mit weissem Elaiosom. Hub b. Krauchthal (BE), 27.7.2023 (Muriel Bendel)
Geöffnetes Ährchen des Einblütigen Perlgras' (Melica uniflora) mit einem weissen, kolbenförmigen Elaiosom. Pieterlen (BE), 26.4.2021 (Muriel Bendel)
Reife Samen der Dreinervigen Nabelmiere (Moehringia trinervia). Oberhofen (BE), 21.1.2025 (Maria Merz & Blumenwanderer)
Reife Teilfrüchte der Acker-Taubnessel (Lamium purpureum) mit hellen Elaiosomen. La Neuveville (BE), 18.4.2026 (Muriel Bendel)
Reife Teilfrüchte des Dunkelgrünen Lungenkrauts (Pulmonaria obscura). Rumpelflüe, Olten (SO), 26.5.2026 (Muriel Bendel)
Reifende Teilfrüchte der Knotigen Wallwurz (Symphytum tuberosum). Caslano (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)
Mayer, V. 2009: Tragedienste gegen Nahrung: Ameisen als Frucht- und Samenverbreiter. Kataloge der oberösterreichischen Landesmuseen Neue Serie 85: 107–118
zobodat.at
Türke, M. et al. 2012. Are Gastropods, Rather than Ants, Important Dispersers of Seeds of Myrmecochorous Forest Herbs? The American Naturalist, Vol. 179, No. 1, 124–131
https://dx.doi.org/10.1086/663195
Türke, M. et al. 2010. Seed consumption and dispersal of ant-dispersed plants by slugs. Oecologia, 163:681–693
https://dx.doi.org/10.1007/s00442-010-1612-6
Die Perlgräser (Melica) setzen bei der Ausbreitung ihrer Samen auf Ameisen. Als "Lohn" für den Transport bieten die Perlgräser kleine, weissliche, schmackhafte Häppchen an, die sog. Elaiosome.
Das Elaiosom entspricht jeweils der obersten sterilen Blüte im Ährchen.
Infos im Wiki
Nickendes Perlgras (Melica nutans)
Einblütiges Perlgras (Melica uniflora)
Wow, was für Fotos von Ameisen “at work” bei der Verbreitung von Centaurea montana Früchten :-)
http://myrmecochorie.free.fr/Exemples/26A7AD10-8888-492D-B100-739C6B14309A.html
Mein Favorit: eine Ameise (Lasius niger) “im Flug” mit einer Achäne von Centaurea montana.
… wobei das „Häppchen“ eigentlich nicht der Same selbst ist, sondern ein kleines Anhängsel am Samen, mit dem die Ameisen fürs Ausbreiten „entlohnt“ werden.
Im konkreten Fall der Dreinervigen Nabelmiere (Moehringia trinervia) ist bereits der schwarze, glänzende Same sehr klein (ca. 1 mm) – das Anhängsel (das sogenannte Elaiosom) ist noch einmal deutlich kleiner.
Mit ihren mit Anhängseln ausgestatteten Samen nimmt die Gattung der Nabelmieren (Moehringia) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) eine Sonderstellung ein: Die übrigen Gattungen dieser Familie besitzen schlichte Samen ohne solche Anhängsel und verzichten damit offenbar auf die Ausbreitungsdienste der Ameisen.
Das Foto der reifen Samen ist ein Joint Venture: Samen gesammelt von Maria Merz, Lupenfoto erstellt vom Blumenwanderer. Ganz herzlichen Dank fürs Teilen!
Im Wiki finden sich
→ weitere Beispiele für Pflanzen, die Samen mit Anhängseln besitzen sowie
→ Informationen zur Dreinervigen Nabelmiere (Moehringia trinervia).
Das Ziel war simpel: Die reifen Früchte der Kornblumen (Centaurea cyanus) auf meinem Balkon fotografieren, bevor sie rauskullern und eine Etage tiefer bei der Nachbarschaft in den Garten fallen.
Beim Fotoshooting waren aber nicht nur die reifen Früchte (inkl. Elaiosom) parat, sondern auch ein kleiner, fast durchsichtiger Winzling, der schnurstraks zwischen den Früchten übers Papier spazierte. Der Winzling war schnell unterwegs, aber die Kamera noch ein wenig schneller – das Fotoresultat unten.
Ich tippe beim fast durchsichtigen 6-Beiner auf eine Platanen-Netzwanze (Corythucha ciliata), die wohl meine Kornblume mit der nächsten Platane verwechselt hat (oder die einfach auf Durchflug war).
Mein erster Blitzgedanke beim Anblick des winzigen weissen Geschöpfs war aber ein botanischer und nicht ein zoologischer: Das sieht ja aus wie der weiss geflügelte Same des Blauglockenbaums (Paulownia tomentosa). Aber vielleicht ist es einfach zu heiss, um schlau denken zu können …
Allen e gueti Sommerwoche mit hoffentlich genügend Schatten!
Auf ein winziges, weissliches «Geschenk» in Form eines Samenanhängsels oder Ölkörperchens (sog. Elaiosom) kommt es an: Samen resp. Früchte mit Elaiosomen werden von Ameisen verbreitet (gewisse auch von Schnecken :-) ) – besitzen die Samen/Früchte keine Anhängsel, zeigen die Ameisen wenig bis kein Interesse.
Die Witwenblumen (Knautia) lassen ihre mit Elaiosomen ausgerüsteten Früchte von Ameisen verbreiten – und die Samen weisen sogar eine höhere Keimungsrate auf, wenn die Ameisen nach getaner Schlepp-Arbeit das Elaiosom abgetrennt haben.
Die auf den ersten Blick sehr ähnlichen Skabiosen (Scabiosa) müssen hingegen ohne Ameisen auskommen – ihre Früchte besitzen keine Elaiosome.
Infos & Literatur im Wiki:
https://www.openflora.ch/de/wiki/knautia-1022.html
Einen tollen Überblick zu Ameisen-verbreiteten Früchten und Samen gibt z.B.
Mayer, V. 2009: Tragedienste gegen Nahrung: Ameisen als Frucht- und Samenverbreiter.
Denisia 25: 107–118
https://www.zobodat.at/pdf/DENISIA_0025_0107-0118.pdf
Gleiche Trockenmauer bei La Neuveville am Bielersee, gleiche Gattung, 2 unterschiedliche Arten.
Die reifen, braunen Teilfrüchte sind hell gesprenkelt, für meine Begleitung nach dem Blick durch die Lupe ein klarer Fall für ein Pünktlizebra.
Die weissen, etwas durchsichtigen Strukturen am schmalen Ende der Teilfrüchte sind für die Ameisen ausgelegt, welche zur Ausbreitung der Arten beitragen.
Die beiden gesuchten Arten haben einen Hang zu rosa, beide blühen früh und besiedeln nicht in erster Linie Trockenmauern, sondern offene Böden, u.a. in Rebbergen, Ackerrändern oder auf Brachen. Die eine ist sehr häufig und weit verbreitet, die andere Art findet sich v.a. in den wärmeren Regionen - selten ist auch sie nicht.
Wenn alles nach Plan läuft, gibts die hell gesprenkelten Teilfrüchte im Viererpack.
Um welche Gattung handelt es sich?