Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten zu 2 in den Blattachseln der oberen Blattpaare, an den Zweigenden oft zu endständigen Blütenständen vereinigt; gemeinsamer Blütenstiel kurz (rund ¼ so lang wie die Krone); Deckblätter zuoberst am gemeinsamen Blütenstiel auffallend gross, breit lanzettlich; 2 kleine Vorblätter unter jedem Fruchtknoten.
    • Kelch sehr kurz, Kelchzipfel ca. 1 mm lang.
    • Krone weiss bis hellgelb, vor dem Aufblühen teilweise hellrosa überlaufen, nach dem Abblühen dunkelgelb bis hellorange; 5-zählig, Oberlippe aus 4 Abschnitten, Unterlippe aus 1 Abschnitt; 3–5 cm lang, die unteren ⅔ der Krone zu einer dünnen Röhre verwachsen (Röhre länger als der Saum), ohne Sporn; Aussenseite der Krone (relativ) dicht mit Stieldrüsen besetzt.
    • Fruchtknoten unterständig, nur am Grund miteinander verwachsen.

    Blütenknospen. Tenero (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)

    Deckblätter gross, breit lanzettlich. Tenero (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)

    Magadino (TI), 1.6.2018 (Muriel Bendel)

    Tenero (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)

    Abblühend hellgelb. Tenero (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Mehrsamige, zuerst grüne, zur Reifezeit schwarze Beeren.
    • Die beiden Fruchtblätter sind nur am Grund miteinander verwachsen.

    Reife(nde) Früchte. Ronco s. Ascona (TI), 7.11.2022 (Muriel Bendel)

    Reife Früchte. Ronco s. Ascona (TI), 7.11.2022 (Muriel Bendel)

    Reife Früchte. Ronco s. Ascona (TI), 7.11.2022 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Liane, bis zu 3 (–6) m hoch kletternd, stark wüchsig.
    • Stängel rechtswindend (von oben betrachtet winden sich die Triebe im Uhrzeigersinn; eine linksgängige Helix), manchmal kriechend.
    • Zweige dicht behaart, im Alter verkahlend; Zweige hohl.

    Tenero (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)

    Tenero (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)

    Junge Zweige dicht behaart. Caslano (TI), 31.3.2026 (Muriel Bendel)

    Junge Triebe. Caslano (TI), 31.3.2026 (Muriel Bendel)

    Ronco s. Ascona (TI), 7.11.2022 (Muriel Bendel)

    Caslano (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Halbimmergrün bis wintergrün.
    • Blätter gegenständig, 2–3-mal so lang wie breit; frei, am Grund nie miteinander verwachsen, fast sitzend oder bis zu 10 mm gestielt.
    • Oberseite der Blattspreite dunkelgrün, Unterseite heller; die allerersten Blätter im Frühling ganzrandig, die nächsten gebuchtet bis fiederteilig («Frühjahrsblätter»), anschliessend werden bis in den Herbst wieder ganzrandige Blätter gebildet.

    Gebuchtete «Frühjahrsblätter». Monte Astorio (TI), 18.3.2019 (Muriel Bendel)

    Gebuchtete «Frühjahrsblätter». Monte Astorio (TI), 18.3.2019 (Muriel Bendel)

    Gebuchtete «Frühjahrsblätter». Monte Astorio (TI), 18.3.2019 (Muriel Bendel)

    Gebuchtete «Frühjahrsblätter». Monte Astorio (TI), 18.3.2019 (Muriel Bendel)

    Später gebildete Blätter ganzrandig. Ronco s. Ascona (TI), 7.11.2022 (Muriel Bendel)

Lebensraum

Kollin; Waldränder, Hecken, Robinienwälder.

Distribution

Originaire d'Asie orientale.

Rechtliche Grundlagen

Das Japanische Geissblatt (Lonicera japonica) ist im Anhang 2.2 der Freisetzungsverordnung («Für das Inverkehrbringen für den direkten Umgang in der Umwelt verbotene invasive gebietsfremde Organismen») aufgeführt: fedlex.ch

Weiterführende Literatur

Schierenbeck, K.A. 2004: Japanese Honeysuckle (Lonicera japonica) as an Invasive Species; History, Ecology, and Context. Critical Reviews in Plant Sciences, 23(5): 391–400
DOI: 10.1080/07352680490505141
web.archive.org

Phytoparasites

  • Champignons

    Rouilles

    Puccinia festucae (0, I) forme des écidies cupulées orange à la face infère des feuilles.

    Oïdiums

    Erysiphe lonicerae possède un mycélium clairsemé sur la face supère des feuilles. Les chasmothécies sont de petite taille et les fulcres sont non septés (ou maximum un septe basal), incolores et ont un sommet dendroïdal.

    Taches foliaires

    Rhytisma lonicericola forme au printemps des ponctuations sur les feuiles puis des taches dendritiques suivant les nervures des feuilles. Encore non reporté d'Europe.

Mögliche Verwechslung

Das Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum) 

  • hat sommergrüne, immer ganzrandige Blattspreiten, 
  • seltener seitenständige Blüten (wenn, dann nur je 2 Blüten pro Achsel), 
  • die Deckblätter sind nicht auffallend gross, 
  • die reifen Beeren rot (nie schwarz).

Beim Garten-Geissblatt (Lonicera caprifolium) 

  • sind die obersten 1–2 Blattpaare am Grund breit verwachsen (durchwachsenblättrig),
  • die Blüten sind meist zu 6 in endständigen Scheinquirlen angeordnet, seltener finden sich auch in den unteren 1–2 Blattachseln Blüten,
  • die reifen Beeren sind orange, seltener rot (nie schwarz).

Henrys Geissblatt (Lonicera henryi) 

  • hat kleinere Kronen (1,5–2,5 cm lang) und 
  • schmalere Blätter (3–4-mal so lang wie breit).

Autor*in: Muriel Bendel, Nicolas Schwab
Stand: 1. April 2026

Forum

Diskussionen der Community

Grüne Baumschlange

... die sich immer im Uhrzeigersinn (von oben betrachtet) um dünne Stämme, Zweige o.ä. windet und an der Basis des Blattstiels kleine, stiftförmige "Öhrchen" ausbildet. 

Die Blattaderung ist untypisch für diese grosse Pflanzengruppe und ihre Verwandtschaft ist mehr in den Tropen zu Hause... 

Wer ist's?

Gefunden bei Büren an der Aare (BE) im Auenwald.

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Schattenwurf-Rätsel

Die Pflanze wuchs über eine kleine Betonmauer bei Caslano (TI) und hinterliess einen fast perfekten Schattenwurf, welcher die Art verrät (wichtig ist auch das angeschnittene Blattpaar ganz links).

Wer ist's?

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